Die Ausgehzeiten nach Jugendschutzgesetz regeln klar, wie lange Jugendliche verschiedener Altersgruppen ohne Begleitung draußen bleiben dürfen. Wir erklären alle Regelungen von 14 bis 17 Jahren - mit und ohne Muttizettel. Eine kostenlose Muttizettel Vorlage zum Herunterladen finden Sie auf unserer Vorlagen-Seite.

Ausgehzeiten-Tabelle: Der schnelle Überblick

Grundregeln ohne Muttizettel

AlterÖffentliche VeranstaltungenGaststättenDiskotheken/Clubs
Unter 14Nur mit ErziehungsberechtigtenNur mit ErziehungsberechtigtenVerboten
14-15 JahreBis 22 UhrBis 22 UhrVerboten
16-17 JahreBis 24 UhrBis 24 UhrBis 24 Uhr
Ab 18 JahreUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt

Mit gültigem Muttizettel

Alle Altersgruppen können die Zeiten durch eine volljährige Erziehungsbeauftragte Person verlängern lassen.

Wie lange darf man mit 14 Jahren raus?

14-Jährige ohne Begleitung

Grundsätzlich dürfen 14-Jährige:

  • Öffentliche Veranstaltungen bis 22 Uhr besuchen
  • Gaststätten bis 22 Uhr (auch mit Freunden)
  • Keine Diskotheken/Clubs - auch nicht mit Muttizettel
  • Kein Alkohol - auch nicht in Begleitung

Besonderheiten für 14-Jährige

Was 14-Jährige mit Erziehungsberechtigten dürfen:

  • Länger als 22 Uhr bei Veranstaltungen bleiben
  • Bier und Wein trinken (nur mit Mama/Papa, nicht mit Muttizettel!)
  • Kino nach 22 Uhr wenn der Film bereits vorher begonnen hat

Wichtiger Unterschied: Mit Muttizettel (Erziehungsbeauftragung) gelten NICHT die gleichen Rechte wie mit den eigenen Eltern!

Typische 14-Jährigen-Aktivitäten

Erlaubte Aktivitäten bis 22 Uhr:

  • Kino (auch Filme bis 22 Uhr)
  • Konzerte (alle Altersfreigaben)
  • Sportveranstaltungen
  • Volksfeste und Jahrmärkte
  • Jugendveranstaltungen in Vereinen

Wie lange darf man mit 15 Jahren raus?

15-Jährige: Gleiche Regeln wie 14-Jährige

Für 15-Jährige gelten identische Bestimmungen:

  • Bis 22 Uhr in der Öffentlichkeit ohne Begleitung
  • Mit Muttizettel länger möglich
  • Keine Diskotheken - auch nicht mit Erziehungsbeauftragten
  • Alkohol nur mit leiblichen Eltern

Häufige Missverständnisse bei 15-Jährigen

FALSCH: “Mit 15 darf ich bis Mitternacht raus”

  • Die Altersgrenze liegt bei 16 Jahren, nicht bei 15

FALSCH: “Mit Muttizettel darf ich mit 15 Bier trinken”

  • Alkohol ist nur mit leiblichen Erziehungsberechtigten erlaubt, nicht mit Erziehungsbeauftragten

RICHTIG: “Mit Muttizettel kann ich länger bei Konzerten bleiben”

  • Aufenthaltszeiten können verlängert werden, Alkoholregeln nicht

Was ändert sich mit dem 16. Geburtstag?

Am 16. Geburtstag kommen hinzu:

  • Diskotheken und Clubs bis Mitternacht
  • Bier, Wein, Sekt auch ohne Eltern
  • Längere Ausgehzeiten bis Mitternacht
  • Mehr Eigenverantwortung bei Freizeitgestaltung

Wie lange darf man mit 16 Jahren raus?

16-Jährige: Erweiterte Rechte

Neue Möglichkeiten ab 16:

  • Öffentliche Veranstaltungen bis Mitternacht
  • Gaststätten bis Mitternacht
  • Diskotheken und Clubs bis Mitternacht
  • Bier, Wein, Sekt ohne Eltern erlaubt
  • Spirituosen erst ab 18 - auch mit Muttizettel nicht

Praktische Bedeutung für 16-Jährige

Typischer Freitag-/Samstagabend:

  • 18 Uhr: Restaurant mit Freunden (mit Bier erlaubt)
  • 21 Uhr: Club oder Disco (bis Mitternacht)
  • 24 Uhr: Nach Hause oder Muttizettel für längere Zeit

Mit Muttizettel möglich:

  • Längere Club-Besuche bis 2-3 Uhr morgens
  • Konzerte die nach Mitternacht enden
  • Festivals mit Übernachtung
  • Weiterhin kein Schnaps/Vodka

Alkohol mit 16: Was ist erlaubt?

Erlaubte alkoholische Getränke:

  • Bier (auch Weißbier, Pils, Export)
  • Wein (auch Weißwein, Rotwein, Rosé)
  • Sekt (Champagner, Prosecco)
  • Radler/Weinschorle (Mischgetränke mit Bier/Wein)

Verbotene Getränke:

  • Schnaps, Vodka, Whiskey (über 15% Alkohol)
  • Rum-Cola, Wodka-Energy (Mixgetränke mit Spirituosen)
  • Liköre (meist über 15%)
  • Feuerzangenbowle (enthält Schnaps)

Wie lange darf man mit 17 Jahren raus?

17-Jährige: Letzte Stufe vor der Volljährigkeit

Für 17-Jährige gelten die gleichen Regeln wie für 16-Jährige:

  • Alle Veranstaltungen bis Mitternacht
  • Bier und Wein ohne Einschränkungen
  • Mit Muttizettel längere Zeiten
  • Spirituosen weiterhin verboten

Besondere Situationen für 17-Jährige

Kurz vor dem 18. Geburtstag:

  • Mehr Vertrauen von Eltern und Veranstaltern
  • Vorbereitung auf Volljährigkeit
  • Oft schon mehr Eigenverantwortung

17-Jährige in der Abiklasse:

  • Abiball-Planung mit Muttizettel-Bedarf
  • Matura-Feiern oft bis in die Morgenstunden
  • Studienorte bereits im Blick

Was ändert sich mit 18?

Ab dem 18. Geburtstag:

  • Alle zeitlichen Beschränkungen fallen weg
  • Alle alkoholischen Getränke erlaubt
  • Keine Muttizettel mehr nötig
  • Volle Geschäftsfähigkeit

Muttizettel: Wie funktioniert die Zeitverlängerung?

Rechtliche Grundlagen

Ein Muttizettel ermöglicht:

  • Verlängerung der Ausgehzeiten durch Erziehungsbeauftragung
  • Gleichstellung mit Begleitung durch Erziehungsberechtigte
  • KEINE Änderung der Alkoholbestimmungen
  • KEINE zusätzlichen Rechte bei Diskotheken-Zutritt

Voraussetzungen für gültigen Muttizettel

Die Erziehungsbeauftragte Person muss:

  1. Volljährig sein (mindestens 18 Jahre)
  2. Vertrauenswürdig sein (Eltern müssen zustimmen)
  3. Anwesend sein während der gesamten Zeit
  4. Verantwortung übernehmen für den Jugendlichen
  5. Erreichbar sein für die Erziehungsberechtigten

Ausnahmen und Sonderregelungen

Begleitete Minderjährige

Mit Erziehungsberechtigten (leibliche Eltern):

  • Keine zeitlichen Grenzen (außer Kindeswohl)
  • Alkohol ab 14 möglich (Bier/Wein)
  • Alle Veranstaltungen grundsätzlich möglich

Mit anderen Verwandten:

  • Zählen NICHT als Erziehungsberechtigte
  • Brauchen Muttizettel für Zeitverlängerungen
  • Können KEINE Alkohol-Erlaubnis geben

Kulturelle und Bildungsveranstaltungen

Besondere Regelungen für:

  • Theateraufführungen - auch nach regulären Zeiten
  • Konzerte klassischer Musik - Bildungsauftrag
  • Sportveranstaltungen - oft Ausnahmen möglich
  • Religiöse Veranstaltungen - meist nicht zeitbegrenzt

Vereinsveranstaltungen

Jugendgruppen und Vereine:

  • Oft erweiterte Zeiten durch Vereinsbetreuung
  • Erfahrene Betreuer als Erziehungsbeauftragte
  • Pädagogische Ausrichtung wird berücksichtigt
  • Weniger strenge Kontrollen bei bekannten Vereinen

Kontrollen und Konsequenzen

Wer kontrolliert Ausgehzeiten?

Kontrollierende Stellen:

  • Polizei bei verdächtigen Situationen
  • Ordnungsamt bei Beschwerden
  • Veranstalter und Gastronomen (verpflichtet)
  • Jugendschutz-Kontrolleure (stichprobenartig)

Was passiert bei Verstößen?

Für Jugendliche:

  • Platzverweis von der Veranstaltung
  • Abholung durch Erziehungsberechtigte
  • Jugendamt wird bei wiederholten Verstößen informiert
  • Keine strafrechtlichen Konsequenzen (unter 14: strafunmündig)

Für Veranstalter:

  • Bußgeld bis 50.000€ bei Jugendschutzverstößen
  • Konzessionsentzug bei gewerbsmäßigen Verstößen
  • Strafverfahren bei fahrlässiger Gefährdung

Häufig gestellte Fragen zu Ausgehzeiten

Gelten die Zeiten auch für private Feiern?

Ja, das Jugendschutzgesetz gilt auch für private Veranstaltungen. Auch bei Geburtstagsfeiern zu Hause müssen die Ausgehzeiten beachtet werden.

Was ist mit Klassenfahrten und Schulveranstaltungen?

Schulveranstaltungen haben oft erweiterte Regelungen, da Lehrer als pädagogische Aufsicht fungieren. Die konkreten Regelungen legt die Schule fest.

Können Eltern strengere Regeln aufstellen?

Ja, Eltern können strengere, aber keine lockereren Regeln als das Jugendschutzgesetz aufstellen. Wenn Eltern sagen “bis 21 Uhr”, gilt das trotz gesetzlicher Erlaubnis bis 22 Uhr.

Was ist mit Nachbarländern?

Im EU-Ausland können andere Bestimmungen gelten. Informieren Sie sich vor Reisen über die lokalen Jugendschutzgesetze.

Darf ich allein mit meinem minderjährigen Partner ausgehen?

Minderjährige Partner können sich nicht gegenseitig beauftragen. Beide brauchen bei Überschreitung der Ausgehzeiten einen Muttizettel von ihren jeweiligen Eltern.

Praktische Tipps für Eltern

Altersgerechte Ausgehzeiten

Empfehlungen nach Alter:

  • 14-15 Jahre: Schrittweise an längere Zeiten gewöhnen
  • 16 Jahre: Mehr Eigenverantwortung, aber klare Absprachen
  • 17 Jahre: Vorbereitung auf Volljährigkeit

Vertrauensvolle Kommunikation

Erfolgreiche Strategien:

  1. Klare Regeln gemeinsam besprechen
  2. Erreichbarkeit sicherstellen (Handy)
  3. Notfall-Pläne entwickeln
  4. Vertrauen aufbauen durch Verlässlichkeit
  5. Konsequenzen bei Regelverstößen durchsetzen

Sicherheit geht vor

Wichtige Sicherheitsaspekte:

  • Heimweg vorher planen
  • Gruppendynamik berücksichtigen
  • Alkohol-Aufklärung altersentsprechend
  • Notfall-Kontakte bereitstellen

Download: Ausgehzeiten-Tabelle

Übersichtliche Zusammenfassung:

  • Alle Altersgruppen auf einen Blick
  • Mit und ohne Muttizettel erklärt
  • Veranstaltungstypen unterschieden
  • Zum Ausdrucken optimiert

Ausgehzeiten-Tabelle herunterladen


Weiterführende Artikel:

Rechtlicher Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an einen Anwalt für Jugendrecht oder das örtliche Jugendamt. Die Angaben entsprechen dem Jugendschutzgesetz Stand 2026.